NTK Naturwissenschaften und Technologie in der Kunst; Akademie der bildenden Künste Wien; Schillerplatz 3; 1010 Wien
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Geschichte und Tradition der Farbenchemie an der Akademie der bildenden Künste in Wien

Die Akademie der bildenden Künste in Wien verdankt ihre Gründung (1692) dem Zusammenwirken der privaten Initiativen des Malers und Bildhauers Peter Strudel (1660 – 1714) und der Förderung durch den Kaiserhof (Leopold I).[1]

Mit dem Dekret vom 15. August 1872 genehmigte Kaiser Franz Joseph das neue Statut der Akademie, in welchem Architektur, Skulptur, Graveur- und Medailleurkunst, Malerei und Kupferstecherkunst als Hauptfächer festgelegt wurden. Anatomie, Perspektive und Stilllehre wurden als Hilfsfächer mit praktischen Übungen und Allgemeine Geschichte mit besonderer Rücksicht auf Kulturgeschichte, Altertumskunde, Kunstgeschichte, Kostümlehre, Kostümmythologie, Farbenlehre und Farbenchemie als Hilfswissenschaften eingeführt. Als Lehrende für die Farbenlehre und Farbenchemie konnten sowohl Professoren und Dozenten der Technischen Universität Wien, damals Polytechnikum, als auch Lehrer der Kunstgewerbeschule (heute Universität für Angewandte Kunst) und der Handelsakademie der Wiener Kaufmannschaft am Karlsplatz verpflichtet werden:

Farbenlehre: Dr. Leander Ditscheiner 1874 - 1905
Dr. Eduard Haschek 1905 - 1942
Farbenchemie: Nicolaus Teclu 1875 - 1883
Dr. Friedrich Linke 1883 - 1909
Emil Adam 1909 - 1918
Dr. Ernst Beutel 1919 - 1941
Ing. Albert Magnaghi 1941 - 1942
ab 1942 sind Farbenlehre und Farbenchemie vereinigt:
Ing. Albert Magnaghi 1942 - 1945
Dipl.Ing. Wilfried Kress 1945 - 1966
Dr. Helmut Kortan (Suppl.) 1966 - 1967
Dr. Franz Mairinger 1967 - 1998
Dr. Carl Pruscha (Suppl.) 1998 - 2000
Dipl.Ing. Dr. Manfred Schreiner 2000 -

Im Jahre 1950 wurde ein Extraordinariat für Farbenlehre und Farbenchemie geschaffen sowie ein gleichnamiges Institut gegründet, welches dem internationalen Trend nach einer materialkundlichen Ausbildung der Studierenden an einer Kunstakademie Rechnung tragen sollte. Obwohl sich die Anforderungen an dieses Institut in den letzten Jahren vor allem im Bereich der Forschungs- und Servicetätigkeit stark geändert haben, ist die Lehrverpflichtung in den Bereichen Farbenlehre sowie Farbenchemie und Materialkunde nach wie vor vorhanden. Als weitere Aufgabengebiete kamen die Themen „Naturwissenschaften in der Konservierung-Restaurierung“ (Science in Conservation) und „Naturwissenschaften im Bereich der Kunst- und Kulturerforschung“ (Science for Cultural Heritage) hinzu. Dies schlägt sich sowohl im Lehrangebot als auch in diversen interdisziplinären Forschungsprojekten nieder.



[1] W. Wagner: Die Geschichte der Akademie der bildenden Künste in Wien. Verlag Brüder Rosenbaum, Wien 1967